#111 - Die Deutsche Marine setzt auf Qualität: SUNBEAM für die Segelausbildung

Warum bei der Bundeswehr Segelyachten aus Österreich eingesetzt werden

Es ist heiß. Sehr heiß. Unter Deck schwitzt Nils Schürg „wie ein Wahnsinniger“, denn so komplett und komplex ausgestattet die neuen SUNBEAM-Segelyachten für die Deutsche Marine auch sein mögen, eine Klima-Anlage haben die Boote natürlich nicht. Es sollen ja auch keine Urlaubs- und Ausflugstörns mit den Yachten gemacht werden, sondern die die grundlegende nautisch-seemännische Ausbildung von Offiziersanwärtern und Unteroffizieren unterstützen. Es ist ein besonderes Gefühl für Nils Schürg: Für die Deutsche Marine zu arbeiten, das haben auch wir eher selten. Vor der grandiosen Kulisse der traditionsreichen Marineschule Mürwik in Flensburg parkt der BLUE YACHTING-Transporter: Ran ans Werk, damit das Boot abnahmefertig wird!

Kleine Abkühlungs-Pause, dann geht es weiter!

Nachdem die Yacht im österreichischen Mattsee die Endabnahme und Qualitätskontrolle der Werft passiert hat, wird sie vom Spezialtransporteur angeliefert. Einen Tag später als geplant, notiert Nils etwas zähneknirschend: „Aber für den Verkehr kann ja niemand etwas.“ Der geplante Abnahmetermin durch die fast 20-köpfige Abordnung der Bundeswehr hingegen steht unverrückbar fest. Das bedeutet Stress für das Kommissionierungsteam. Denn obschon das Boot bereits in Österreich den Unterwasser-Anstrich bekommen hat und fast alles fertig eingerichtet ist, den letzten Touch, den kann man erst nach dem Maststellen und Einwassern anbringen. Frisch, frisch, ans Werk!

Flexibilität, Qualität und Nutzungsdauer: Die Deutsche Marina hat klare Anforderungen

Die wichtigsten Aspekte bei der Auswahl der neuen Segelboote waren genau diese drei: Die Boote mussten in einer bestimmten Art und Weise gebaut sein, müssen natürlich den hohen Belastungen des intensiven Ausbildungsprogramms der Marine gewachsen sein und sollen sehr lange im Dienst bleiben. Doch wozu braucht die Marine eigentlich Segelyachten? Ist SUNBEAM nicht eine der eher hochpreisigen Luxus-Marken? Auch wenn der moderne Seekrieg heutzutage von Bord hoch-entwickelter Fregatten oder U-Boote geführt wird, ist die seemännische Grundausbildung noch immer die Basis aller Kenntnisse für einen Marine-Offizier oder Unteroffizier. Wetter, die Physik, die Nautik und auch die sich aus der Seefahrer-Tradition ergebenen Learnings für die Moderne lassen sich eben noch immer am besten beim Segeln vermitteln. Das ist auch der Grund, warum die Marinen vieler Staaten große Segelschulschiffe unterhalten.

Da kommt sie, die neue SUNBEAM für die Deutsche Marine!

Denn bevor ein Offiziers- oder Unteroffiziers-Anwärter auf die berühmte „GORCH FOCK“ abgestellt wird, durchläuft er meist eine Ausbildung auf den kleinen Segelschulbooten der Marine. Die Ziele für die Mürwik-Flotte sind dabei klar definiert: Die Männer und Frauen sollen sich mit den Grundlagen des Borddienstes auf Marineeinheiten vertraut machen. Das beinhaltet die Kommandoorganisation auf See, das gemeinsame Training an Bord und vor allem das Ausführen der vielfältigen Sicherheitsbestimmungen. Es wird soziale Kompetenz aufgebaut, militärische Disziplin eingeschärft. Kameradschaft und Führungsstärke – auch in schwerer See, lassen sich in den kleinen Gruppen an Bord der Segler perfekt trainieren. „So oder so ähnlich, vielleicht ohne den militärischen Aspekt, erleben das ja auch viele private Segler“, sagt Nils Schürg.

Die Ausbildungsflotte in Mürwik wächst.

„Ein Segelboot ist nicht unkomplex. Es lässt sich nur erfolgreich, sicher und schnell bewegen, wenn man im Team arbeitet.“, sagt er. An Bord der neuen SUNBEAM lernen die Anwärter genau dies. Die Teamfähigkeit wird antrainiert und ausgebaut, ebenso, wie die Qualitäten, die sie als spätere Vorgesetzte an Bord der großen Marineschiffe brauchen. Für so Manchen geht es dann allerdings erst einmal weiter auf die „GORCH FOCK“, wo die vertiefende und weiterführende Ausbildung stattfindet. „Die SUNBEAM-Boote ermöglichen Ausbildungsfahrten über die Flensburger Förde hinaus in die raue Nordsee sowie in die Ostsee. Sie sind robust, agil, erlauben viel praktische Trimm- und Segelarbeit. Sie sind perfekt für die Belange der Ausbildung bei der Bundeswehr.“ Für die Traditionalisten unter Ihnen: Die älteren Hanseat 70B und Nadine 24 bleiben erst einmal weiterhin parallel im Einsatz, unsere neuen SUNBEAMS stellen ab sofort nicht nur die neuesten, sondern auch die größten Ausbildungsboote der Flotte in Mürwik.

Europaweite, transparente Ausschreibung: SUNBEAM gewinnt.

Beim Arbeiten an Bord ärgert sich Nils Schürg ein wenig. Nicht, weil hier und da die Bord-Elektronik bei der Kalibrierung hakelt, was ganz normal ist, sondern weil hier und da im Internet „kritische“ Stimmen auftauchen, im Zusammenhang mit der Bundeswehr-Anschaffung. „Warum kaufen die keine deutschen Segelboote?“, „Wir haben doch auch Werften und Bootsbauer!“ oder gar „Warum leisten die sich überhaupt Luxusyachten?!“ Das ärgert Nils, obschon er natürlich weiß, dass gerade das anonyme Internet die Kompetenz und große Erfahrung unzähliger Couch-Admiräle und Möchtegern-Kap-Horniers anzieht.

Die SUNBEAM 36.2 macht sich hervorragend am Steg!

 „Die meisten der Kommentare zeugen eher von Unwissenheit und Uninformiertheit“, sagt er: „Natürlich kann man die Frage stellen, warum die Deutsche Marine nicht Bavarias oder Hanse, Dehler & Co angeschafft hat. Zumal die man seit den Achtzigern ja auch die guten alten Hanseat-Yachten aus Glückstadt lange in der Ausbildungs-Flotte hatte. „Das Ausschreibungsverfahren für die Flotten-Erneuerung beim BAAINBw war klar, transparent und objektiv.“, sagt Nils. „Und da hat sich eben SUNBEAM durchgesetzt.“ Es macht zudem auch Sinn, bei einem Hersteller zu bleiben, da bereits 2020 fünf neue SUNBEAM (die P-Flotte bestehend aus „PLUTO“, „PERSEUS“, „PEGASUS“, „PHÖNIX“ und „POLLUX“) angeschafft worden waren.

... gerade unter Segeln beweist sie, was in ihr steckt!

„Die Standardisierung dieser Flotte war bei der Erweiterung eine der großen Anforderungen, was natürlich schonmal für SUNBEAM gesprochen hatte.“ Allerdings: Die Yachten aus Österreich haben den Anforderungen der Marine am meisten entsprochen. Dazu gehörte auch, dass eine lückenlose Bauaufsicht nachzuweisen war, eine komplette ähnliche See-BG-Zertifizierung und eine Nutzungsdauer von mindestens 30 Jahren versichert werden musste. Eine Nutzungsdauer von 30 Jahren! Und das nicht für Badetörns und einmal im Jahr nach Bornholm, sondern die harte Segler-Ausbildung bei allen Wettern! Schönes Sommerwetter hatten wir allerdings bei den Abnahme-Fahrten …

Konzentrierte Stimmung bei der systematischen Abnahme

Hinzu kommt die spezifische Marine-Ausstattung, die ein modifiziertes Rigg, besondere Segel und viele weitere Details vorschreibt. „Eine kleine Serien-Manufaktur, die sowieso schon auf einem extrem hohen Niveau arbeitet, hatte hierbei einfach die besseren Voraussetzungen, als vielleicht eine auf den schnellen Serienbau für den Massenmarkt spezialisierte Groß-Werft“, meint Nils Schürg. So oder so – die Fachkommission der Deutschen Marine hat sich entscheiden: Acht weitere SUNBEAM werden angeschafft, Nils arbeitet gerade an der „MISTRAL“, der zweiten aus dieser Bestellung.

Normale Serienboote mit einigen Änderungen

Bei den neuen SUNBEAM-Yachten für die Deutsche Marine handelt es sich um die SUNBEAM 36.2, mithin die größten Schiffe aus der aktuellen Palette der Werft. Es sind ganz normale Serien-Yachten, die strukturell und grundsätzlich gesehen für die Deutsche Marine nicht anders gebaut worden sind, als man es für einen „normalen“ Privatkunden tun würde: „Lediglich die Baubegleitung der Yachten, der für eine Abnahme der Boote während der Werftzeit bei bestimmten Meilensteinen der Produktion gesorgt hat, ist anders.“ Grundsätzlich kauft die Marine also ein Serienschiff.

Was für ein toller Anblick!

Selbstverständlich braucht die Deutsche Marine eher weniger Fahrtenyacht-Ausstattung, dafür mehr Platz. So wurde das Cockpit modifiziert (es gibt z.B. keine Tische hier), auf das Teak-Deck (außer im Cockpit) verzichtet, ebenso auf das Lazy Bag. „Back to the roots“, könnte man sagen: Die Marine-Version der SUNBEAM 36.2 ist ein „hands on“-Boot, das kaum seglerischen Komfort, dafür „Hardcore-Segeln“ bietet. Selbstverständlich wird die SUNBEAM der Marine nach eigenem Marine-Vorschriften ausgerüstet übergeben, eine Spezialität von BLUE YACHTING.

BLUE YACHTING als Kommissionierungs-Partner von SUNBEAM

Und da kommen wir ins Spiel. Als Partner und offizieller Händler von SUNBEAM-Yachten im Norden Deutschlands liegt es nahe, dass wir uns um die Auslieferung kümmern. Es kommt allerdings noch ein weiterer Aspekt hinzu: Durch unseren firmeneigenen Schiffsausrüster JANSSEN MARITIMES haben wir nicht nur Zugang zum kompletten Sortiment aller Ausrüstungsteile eines seegehenden Segelbootes von A bis Z, sondern können diese zu unschlagbaren Großhandelspreisen liefern. Auch wenn es nicht den Anschein haben mag, am Ende spielt auch bei der Marine das Budget eine Rolle.

Spezielle Ausstattung für die Deutsche Marine

Mit der Erfahrung von über 35 Jahren als Schiffsausrüster und vielen Dutzenden Segelyachten, die wir als Bootshändler über die Zeit ins Wasser gebracht haben, verlassen sich sowohl die SUNBEAM-Werft in Österreich wie auch die Deutsche Marine auf unsere Kompetenz: Für Nils Schürg eine große Ehre – und auch Verantwortung! „Wir haben viele kommerzielle und auch durchaus behördliche Kunden“, sagt er: „Die Deutsche Marine ist aber noch immer etwas ganz Besonderes!“

Profitieren auch Sie von der Qualität „Made in Austria“

Nach erfolgten Erprobungs- und Abnahmefahrten auf der nächsten SUNBEAM 36.2, die die Werft auf den Namen „MISTRAL“ getauft hat, kann Werftchef Andreas Schöchl, der extra angereist ist, feierlich und ganz nach alter Tradition, die vorübergehend am Heck wehende österreichische Flagge abnehmen, während der Verantwortliche der Marine endlich die Deutsche Flagge befestigt: Übergabe erfolgt! Wir wünschen allen Crewmitgliedern, die auf diesen Yachten segeln werden, allseits Gute Fahrt, immer glückliche Winde und eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

Allseits Gute Fahrt, "MISTRAL"!

Während wir uns auf die nächsten sechs Einheiten für die Marine freuen, können auch Sie von der hochwertigen Fertigungsqualität von SUNBEAM profitieren. Denn was für die bisweilen harte Ausbildung bei der Deutschen Marine gut ist, wird für uns „Normalbürger" im Urlaubs-Modus und sogar im Regatta-Einsatz mehr als ausreichen. Gern erforschen wir gemeinsam mit Ihnen Ihre individuellen Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche und stellen Ihre Traum-SUNBEAM für Sie zusammen. Und das inklusive der kompletten segelfertigen Ausrüstung und mit Top-Übergabe!

Was hissen wir bei Ihnen an Bord die Flagge?